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Frauen im Fußball und in den Medien
Frauen im Fußball und in den Medien
Foto Sissy Kraus (Präsident BFV Schulz, Schiedsrichterin Pechmann, Autorin Walther-Ahrens, Moderatorin Fertig)
Im April 2008 schrieb die taz (zum Artikel): Das Alltagsgeschäft des Frauenfußballs, die Bundesliga, scheint für ARD und ZDF, die die Übertragungsrechte erworben haben, aber nicht sehr attraktiv.
An dieser Stelle kann man sich schon die Frage stellen, ob ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender überhaupt das Recht haben kann, nach der Attraktivität – sei es der Spielerinnen oder in wirtschaftlicher Hinsicht – zu fragen. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen und leider ist festzustellen, dass in kaum einer Sportschau das Thema Frauenfußball Erwähnung findet. Zumindest wartet man vergeblich auf die Mitteilung der Bundesligaergebnisse in den Nachrichten.
Spiegel-online veröffentlichte im März 2009 eine Studie (zum Artikel) und berichtete über das Medieninteresse zum Frauenfußball. Dabei ist es ein Spartensende, nämlich Eurosport Deutschlands, der mehr als alle anderen Sender über den Frauenfußball berichtet, nämlich 230 Stunden. ARD und ZDF liegen bei 45 Stunden. Doris Fitschen sagt gegenüber Spiegel: Beim Frauenfußball wird bsi dato fast ausschließlich über den „reinen Sport“ berichtet. Und das, obwohl es viele spannende Persönlichkeiten in der Nationalmannschaft gibt.
Tanja Walther-Ahrens, ehemalige Bundesligaspielerin sagte im DFB-Spezial: Fußball ist ein Abbild der Gesellschaft. Wenn wir hier etwas ändern können, dann kann man vielleicht auch in der Gesellschaft etwas ändern.
Im Herbst 2009 brachte das Fußballmagazin 11 Freunde ein kleines Heftchen namens 11 Freundinnen zum Thema Frauenfußball heraus. Der Verantwortliche Jens Kirschneck äußerte sich zu den Spielerinnen: Die sind sehr bodenständig und noch nicht wie die Profimänner durch die Medienschulung gegangen. Die sagen stets noch was, wenn sie reden. (zum Artikel)
Ganz aktuell hat sich im Februar 2011 die Medienforscherin Daniela Schaaf im Tagesspiegel (http://www.zeit.de/sport/2011-02/frauenfussball-sportberichterstattung-klischees-schaaf) zu ihrer Untersuchung, wie Sportjournalisten über Frauenfußball berichten, geäußert. Sie stellt fest, dass auch heute die Frauen medial unterrepräsentiert sind und dass eine starke Sexualisierung in der Sportberichterstattung, sog. Kournikowa-Effekt, stattgefunden habe. In den Sportressorts überwiegt leider immer noch das Klischee der „Mannsweiber“. Um es noch freundlich auszudrücken. Sie stellt ganz klar fest: Der Fußball ist in Deutschland eben eine männerbündische Veranstaltung.
Nun, wenn man sich die Berichterstattung in den Medien zum Thema Frauenquote in Führungspositionen betrachtet, kann man zum Frauenfußball sehr deutlich Parallelen ziehen. Insofern findet Walther-Ahrens Aussage eine erhebliche Untermauerung.
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